Lüderbach

1437: Das Kloster Eschwege besitzt in Lüderbach mehrere Güter.

Ein  Teil  des  Besitzes  kam 1445 über das Augustinerkloster in Eschwege an das Geschlecht der Treusche von Buttlar zu deren Amt Brandenfels. Diese ließen zwischen 1400 und 1500 das Lüderbacher Schloss mit angegliedertem Rittergut erbauen. Im  Jahre  1619  verkauften  sie das Schloss an die Herren Reinhard Scheffer (der war Kanzler beim Kurfürsten in Kassel) und dessen Bruder.

Als die Tochter von Reinhard Scheffer 1622 den Herrn Oberhofmarschall Johann Wilhelm von  Capellan  heiratete, erhielt dieser einen Teil des Rittersitzes als Morgengabe.

Den  Rest  des Schlossgutes erwarb er 1627. Johann Wilhelm von Capellan war aus Glaubensgründen, er  hatte  sich reformieren lassen, von Oberösterreich nach Preußen emigriert.

Das  Adelsgeschlecht  derer von Capellan verwaltete den Ort Lüderbach etwa 160 Jahre lang  (bis 1779). Die Mutter des letzten Vertreters derer von Capellan hatte sich in Lüderbach  als  Wohltäterin einen Namen gemacht. Sie stiftete ein sogenanntes "Legatum"  und ließ aus dessen Zinsen alljährlich zu Weihnachten die Armen des Dorfes bescheren.  Nach ihrem Tod wurde die Verteilung durch ein Consilium (bestehend aus einem  Legatsverwalter,  einem  Richter  und einem ortsfremden Pfarrer) weitergeführt.

Erst nach der Inflation 1923 endete der mildtätige Brauch.

Der  letzte  Vertreter des Geschlechts war Adam Friedrich von Capellan, ein geheimer Kriegsrat in den Diensten des Landgrafen Friedrich II. von Hessen. Da er unverheiratet  und  kinderlos war, starb am 25. Juli 1779 mit ihm das Geschlecht derer von Capellan aus.

Adam Friedrich von Capellan wurde mit seiner Schwester Frederike von Cornberg in der - vor dem Dorf auf einem Hügel (dem sogenannten Kirchberg) liegenden - Grabpyramide  beigesetzt. Seine Schwester war bereits am 25.1.1776 im Witwenhaus von Lüderbach gestorben.

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