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Neuseesen |
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Berichte nach dem Einzug der Russen in Neuseesen im Juli 1945: „Ein massives Problem für die Sicherheit der Bevölkerung war der enorme Alkoholverbrauch der russischen Soldaten. Reichte der Wodka nicht aus, wurde aus Roggen Schnaps gebrannt. Auch fand reger Tauschhandel zwischen amerikanischen Soldaten, die an der Feldscheune der Domäne Wendershausen an der alten Landstraße nach Unterrieden stationiert waren, und den russischen Soldaten statt. Durch einen regen Tausch und Verbrauch von Whisky und Wodka zeichnete sich die Verbrüderung zwischen Russen und Amerikanern aus. Für die Bevölkerung, vor allen für junge Frauen und Mädchen, war an den Tagen der Trinkgelage Vorsicht geboten.“ „Eines Tages war ein bulliger, stark gewachsener Russe Opfer des starken Wodkas geworden Der Milchkutscher brachte ihn noch unter SOS-Signalen nach Heiligenstadt ins Krankenhaus. Das Ende dieses sicherlich nicht gewollten Aktes: der Russe starb schon auf dem Transport. Der Dolmetscher warnte stets vor den Abenden der totalen Besäufnisse seiner Kameraden; dann war für Frauen und Mädchen höchste Gefahr. In Gedanken setzte ich noch heute dem Dolmetscher einen Stein der dankbaren Erinnerung.“ „Weil meine Schwester mit einem Feldschein nach Gertenbach (Hessen) ging, da ihr Mann sich nach der Entlassung aus der Gefangenschaft dort aufhielt, und sie nicht mehr nach Hause zurückkehrte, wurde mein Vater rücksichtslos in den Keller vom Nachbarn (Kommandantur) eingesperrt. Irgendein „guter Freund“ hatte das Wegbleiben meiner Schwester dem russischen Ortskommandanten gemeldet. Der Dolmetscher, ein recht freundlicher Mann, an den ich mich wandte, versprach mir zu helfen und tat es auch. Um 22.00 Uhr kam er zu mir, und mit seiner Hilfe konnten wir dem Vater eine warme Decke und etwas zu essen bringen. Die Bauersleute, in deren Keller mein Vater saß, konnten den Kellerraum durch ein quadratisches Loch mit Holzdeckel vom Wohnzimmer aus erreichen. So kam alles wohlbehalten zu dem Eingesperrten.“ [Quelle: Arbeitskreis Grenzinformation e. V. / Grenzmuseum Schifflersgrund (Juni 2006)] |
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