Soisdorf  Buchenmühle

Zwischen dem hessischen Soisdorf (heute: Eiterfeld-Soisdorf) und dem thüringischen Wenigentaft liegt im Tal der Taft die Buchenmühle. Das Eigenartige ist daran, dass mitten durch das Grundstück die Grenze zwischen den Bundesländern Hessen und Thüringen verläuft. Soisdorf und Wenigentaft haben heute je etwa 300 Einwohner.

In der Buchenmühle lebte der Müller August Schabel mit seiner Familie und betrieb dort eine Mühle und Landwirtschaft. Die Landesgrenze spielte im Leben dieser Familie keine wesentliche Rolle. Zu Einwohnern im etwa drei Kilometer entfernten Wenigentaft hielt man freundschaftliche und geschäftliche Beziehungen. Sonntags besuchte die Familie den Gottesdienst in der Kirche zu Wenigentaft.

Die Situation wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges schlagartig anders, als sich im Hof der Buchenmühle die amerikanisch besetzte und die russische besetzte Zone berührten, wohl ein sehr „heißer Punkt“, wenn nicht der „heißeste Punkt“ im ehemaligen Landkreis Hünfeld. Im Westen lag der Dreiseithof mit Wohnhaus, Mühlengebäude, Scheune und Stallungen, im Osten waren  Auszugshaus, daneben Backhaus, Garten und vor dem Haus ein Brunnen zur täglichen Versorgung mit frischem Trinkwasser. Zur Verbesserung und Vergrößerung des Wohnbereichs war das Auszugshaus im Jahr 1861 gebaut worden.

In den ersten Jahren hatte die Familie einen Grenzübergangsschein, mit dem sie weiterhin ihren gewohnten Gang nach Wenigentaft machen konnte. Man wohnte und schlief im Auszugshaus und versorgte sich täglich mit Wasser aus dem Brunnen (Ziehbrunnen). Grenzsoldaten kamen öfters in das Haus, wärmten sich auf, rauchten dabei und tranken ihren Schnaps. Oft bekamen sie auch etwas zu essen. Wenn eine West-Streife zufällig dazukam, setzte sie sich dazu. Man trank etwas und spielte auch Karten.

Startseite