Vacha

Bereits 786 grenzten hier die Territorien der Klöster Fulda und Hersfeld aneinander; im 12. Jahrhundert symbolisiert durch die Stadt Vacha und das Hersfelder Tochterkloster Kreuzberg (Philippsthal). Ab 1648 gehörten beide Ufer der Werra zur Landgrafschaft Hessen. Vacha und Oberzella fielen 1816 an Sachsen – Weimar. Damit waren die Weichen für die Zugehörigkeit nach 1945 gestellt. Vacha lag in der sowjetischen Besatzungszone und Philippsthal in der amerikanischen Besatzungszone. Bedingt durch die unmittelbare Nachbarschaft kam es im Bereich der Brücke zu bemerkenswerten Vorgängen. So war die sowjetische Kommandantur Vachas bis 1947 im direkt angrenzenden hessischen Weidenhain, das bis dahin von Vacha aus versorgt wurde. Hier steht auch das Haus auf der Grenze, die alte Hoßfeldsche Druckerei. Am Südufer der Werra entstand 1962 die erste Mauer an der innerdeutschen Grenze. Hinter der Mauer steht ein Viereckturm, eine sog. Führungsstelle. Auf der Brücke wurde der Rundturm nach der Wende entfernt, ebenso auch die Flusssperranlagen in Werra und Öchse.

Schon im frühen Mittelalter querte ein Wegezug den Fluss. Stadt und Brücke werden 1186 als zum Stift Fulda gehörig erwähnt. Im späten Mittelalter war die dreiarmige Werra durch zwei Brücken überspannt, die durch Hochwasser 1342 zerstört wurden. Ab 1600 wurden beide Brücken zu einem 17-bögigen Bauwerk mit über 200 m Länge verbunden, 1802 bis 1806 reduzierte man die Brücke auf die heute noch vorhandenen 14 Bögen. 1813 war der Rückzug der bei Leipzig geschlagenen Armee Napoleons über Vacha. Die deutsche Wehrmacht sprengte 1945 zwei Bögen. Seit den fünfziger Jahren nutzten nur noch Grenztruppen die Brücke. Mit der Grenzöffnung am 12.11.1989 zwischen Vacha und Philippsthal änderte sich dies. Seit 3.10.1990 heißt die Werrabrücke „Brücke der Einheit“. Letzte Sanierung der Werrabrücke: 1993/94.             [Quelle: Grenzwanderweg in der Wartburgregion, Grünes Band Thüringen  (Februar 2006)]

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