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Werleshausen |
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Die Amerikaner hatten bei Ende des 2. Weltkrieges Werleshausen (Thüringen) besetzt, mussten es aber räumen, da Thüringen der Sowjetunion zugesprochen war. Einwohner von Werleshausen und Neuseesen waren insgesamt über den Rückzug der Amerikaner aus Thüringen und den Nachzug der Sowjets nicht informiert worden. Indes dürfte dieser Umstand auch der Tatsache geschuldet sein, dass die Bevölkerung im ersten Nachkriegssommer um das tägliche Überleben kämpfte, somit andere Primärinteressen als amerikanisch-sowjetische Sondierungen hatte, vor dem Hintergrund einer oft stark zerstörten Infrastruktur überwiegend auch keinen Zugriff zu öffentlichen Informationen (Radio, Telefon) hatte. Man musste sich also relativ schnell auf die neuen Verhältnisse einstellen. Ein überlieferter Bericht: „Im Dorf brodelte die Gerüchteküche. Ein Teil des Eichsfeldes sei schon von den Russen besetzt. Viele Familien brachten ihre Koffer mit Wertsachen in Witzenhausen zu Bekannten unter. Werleshäuser Bauern halfen mit Gespannen dabei. Bombengeschädigte aus dem Kölner Raum, die im Ort Unterkunft gefunden hatten, verpackten ihre gerettete Habe auf Handwagen und Kinderwagen und verließen in Richtung Westen den Ort. Flüchtlinge aus Schlesien, die im Januar / Februar 1945 in Werleshausen untergebracht waren, blieben im Dorf.“ Ein anderer Bericht: „Die Lehrerwohnung neben der alten Schule am Dorfplatz musste in kurzer Zeit geräumt werden. Diese Entscheidung traf die Frau des Lehrers sehr hart, der verwundet in Gefangenschaft war. Sie wurde mit ihren Kindern im Dorf in einer kleinen Wohnung bei einem Handwerker untergebracht.“ Nach dem Einzug der Russen wurden Wohnungen für die neuen Besetzer umgehend requiriert. Die Bevölkerung hatte Stühle, Bestecke, weiße Tischwäsche, Geschirr, Federbetten, Bettbezüge, Bilder, Teppiche, Töpfe und andere Gegenstände an die Russen zu liefern. In einem Garten war Erde frisch aufgelockert. Den Russen wurde gemeldet, dass dort Goldmünzen versteckt seien. Sofort erschienen russische Soldaten, die einen Teil des Gartens umwühlten. [Quelle: Arbeitskreis Grenzinformation e. V. (Juni 2006)] |
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