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Wanfrieder Abkommen vom 17. September 1945 |
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Nach dem Krieg kam es zu ersten Reibereien an der Demarkationslinie zwischen den westlichen Mächten und der Sowjetunion. Unterhalb des Hansteins (Thüringen) verlief die für die Westalliierten wichtige Eisen-bahnverbindung von Bremerhaven – Hannover – Göttingen nach Bebra. Auf diesem Streckenabschnitt, im Volksmund Whisky-Wodka-Linie genannt, durchquerten die Züge auf einer Länge von knapp drei Kilometer die sowjetisch besetzte Zone. Durch sowjetische Kontrollschikanen kam es zu Behinderungen im Zugverkehr. Es entstand eine gewisse Abhängigkeit der amerikanischen Streitkräfte von sowjetischem Wohlwollen. Auf Drängen der Amerikaner wurde in Wanfried (Hessen) ein Gebietsaustausch beschlossen. Fünf hessische und zwei thüringische Dör-fer wechselten den „Besitzer“. Die fünf hessischen Dörfer sind: Asbach, Sickenberg, Vatterode, Hennigerode und Weidenbach; die zwei thüringischen Dörfer sind: Neuseesen und Werleshausen. Für die Besatzungsmächte war damit ein Problem aus der Welt geschafft. Im Gegensatz dazu begannen für die Menschen in den ehemals hessischen Gemeinden erst die Probleme. Abgeschnitten vom traditionellen Hinterland (Bad Sooden-Allendorf, Eschwege) kümmerten die Dörfer vor sich hin. Viele Bewohner ver-ließen ihre angestammte Heimat in Richtung Westen, Häuser zerfielen und wurden teilweise abgerissen. Die Unterzeichnung des Wanfrieder Abkommens wurde im Kalkhof in Wanfried (Hessen) vorgenommen. Unterzeichner waren: Kommandierender General des 3. Infanterie-Division, Brigadegeneral W. T. Sexton, und Kommandierender General der 77. Gardeinfanterie-Division, Generalmajor V. S. Askalepov. [Quelle: Blätter zur Landeskunde "Das Wanfrieder Abkommen vom 17. September 1945", Herausgeber: Landeszentrale für politische Bildung Thüringen; Grenzmuseum "Schifflersgrund"] |